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So geht das!

Bodenbeläge verlegen

Vorbereitende Arbeiten

Visual_Bodenbelaege

Neue Böden zu verlegen ist heutzutage ein Kinderspiel. Mit verbesserter Ausstattung der Belagrücken und neuartigen Klebemethoden ist es einfacher denn je, diese Arbeiten selbst in die Hand zu nehmen.

Wohnräume erfordern, je nach Nutzung, unterschiedliche Bodenbeläge. Für Flur und Küche empfehlen sich beispielsweise strapazierfähige Kunststoff-Beläge aus PVC, auch als CV (Cushioned Vinyl) bezeichnet, die unempfindlich gegen Feuchtigkeit sind. In Wohn- und Schlafzimmern hingegen sorgen Teppichböden für eine gemütliche und warme Ausstrahlung. Elastische Bodenbeläge wie Teppichboden und PCV gibt es sowohl als Bahnenware als auch in Form quadratischer Fliesen. Für die meisten Räume sind Bahnen mit vier oder fünf Metern Breite ausreichend, damit nicht gestückelt werden muss. Fliesen haben unterschiedliche Formate zwischen 30 x 30 und 50 x 50 cm.

Bodenbeläge_WerkzeugDie notwendigen Werkzeuge, wie z.B. den Teppichkanten-Schneider, erhalten Sie in unseren Märkten.

Vorbereitende Arbeiten

Mit etwas handwerklichem Geschick können Sie auch Bahnenware selbst verlegen. Wenn Sie unseren Arbeitsschritten folgen, haben Sie die Aufgabe im Handumdrehen erledigt. Sie werden am selbstverlegten Bodenbelag lange Freude haben.

  1. Wählen Sie in aller Ruhe die Art des Bodenbelages, Muster bzw. Farbe und Qualität aus.
  2. Ermitteln Sie den Materialbedarf inklusive Verschnitt und Reserve. Fertigen Sie eine Zeichnung des Raumes an und tragen Sie die aufgenommenen Maße darin ein. Achten Sie darauf, ob alle Wände im rechten Winkel stehen. Längenreserve: 10 cm je Richtung. Anhand Ihrer Skizze kann Ihnen unser Berater sagen, wieviel Material Sie benötigen.
  3. Prüfen Sie den Untergrund. Bei Unebenheiten größer als 2 mm pro Meter müssen Sie ihn mit einem Fließspachtel ausgleichen.
  4. Kaufen Sie den Bodenbelag, Kleber und Werkzeug.
  5. Um beim Transport Knicke im Belag zu vermeiden, legen Sie eine lange Leiter auf den Dach- Gepäckträger unter die Teppichrolle.
  6. Lassen Sie den Belag über Nacht in dem Raum akklimatisieren, in dem er später verlegt wird. Dann „arbeitet“ er nicht, und Sie vermeiden Faltenwurf und Blasenbildung.

 Vorbereitende_arbeitenDie Raummaße (oben, 4,50 m und 3,00 m) sind vorgegeben. Breite und Lage des Teppichs so wählen, dass die Stöße am Rand und im Türbereich liegen.

Untergrund vorbereiten

Vorbereitende_Arbeiten_01

1. Den alten Bodenbelag entfernen Sie vollständig einschließlich aller Befestigungsmittel wie Klebeband, Kleberreste oder auch Nägel.

 Vorbereitende_Arbeiten_022. Lose Estrichteile und alte Farbreste entfernen Sie. Ggf. müssen Sie den Boden abschleifen. Fetthaltige Stellen behandeln Sie mit Fettlöser.

 Vorbereitende_Arbeiten_033. Risse und Löcher ausspachteln. Unebenheiten mit Spachtelmasse ausgleichen. Sandende Fußböden mit Tiefengrund festigen.

 Vorbereitende_Arbeiten_044. Um eine Wellenbildung bei hoher Luftfeuchtigkeit zu verhindern, sollte Teppichboden in Räumen über 20 m² vollflächig verklebt werden.

Profi Tipp Profi-Tipp

Um Kleberreste auf großen und schwierigen Untergründen zu entfernen, sollten Sie einen sogenannten Stripper verwenden, der Ihre Arbeit wesentlich erleichtert und beschleunigt. Einen solchen Elektroschaber können Sie für einen geringen Betrag mieten.

Ausrüstung

Unter Ausrüstung eines Bodenbelages versteht man verschiedene Eigenschaften und Qualitätsmerkmale. Diese Informationen finden Sie als Symbolbilder auf dem rückseitigen Etikett.

 AntistatischAntistatisch: Der Belag soll sich nicht spürbar elektrisch aufladen. Sicheren Schutz – etwa für Räume mit EDV-Geräten – bietet nur eine Spezialverlegung, bei der die Aufladung abgeleitet wird.

 TreppengeeignetTreppengeeignet:
Der verklebte Belag hat eine hohe Kantenfestigkeit.

 Fussbodenheizung Fußbodenheizungsgeeignet:
Der verklebte Bodenbelag ist geeignet für durchschnittlichen Betrieb einer Warmwasser-Fußbodenheizung.

 Stuhlrollenfest Stuhlrollenfest:
Belag ist widerstandsfähig gegen DIN-Rollen von Sesseln und von Rollstühlen.

 Bahnenware 

Teppich auslegen und zuschneiden

Legen Sie den Teppich im Raum faltenfrei aus. Ideal ist, wenn Sie damit an einer der durchgehenden Längswände beginnen und ihn dort auf Stoß ausrichten.

 

An den übrigen Wänden steht der Belag ein Stück hoch. Die Wandanschlüsse lassen sich mit Hilfe einer Schneideschiene herstellen. Klassisch ist der Einsatz eines Teppichmessers mit Hakenklinge: Belag fest in die Wand-Boden-Kante drücken und Messer durch den Knick ziehen.

 Teppichzuschnitt_011. Ein Spezialmesser mit Griff zum groben Zuschneiden: Die Unterkante des Werkzeugs fasst unter den Belag und schont Untergrund und Klinge.

Teppichzuschnitt_02 2. Die erste Schiene schieben Sie an die Wand. Dann Bodenbelag darüberlegen, mit zweiter Schiene anpressen und längs der Oberkante schneiden.

Teppichzuschnitt_03 3. Bei Außenecken wird der Belag zuerst senkrecht vom Rand zur Ecke eingeschnitten. Dann in den beiden Knicken weiterschneiden.

Teppichzuschnitt_044. Stoßfugen schneiden: Die beiden Bodenbeläge überlappen lassen, Schiene auflegen und gemeinsam zuschneiden. Messer senkrecht halten!

Teppichzuschnitt_055. Wird der Belag nicht fest verklebt, kommt an den Rändern und unter die Stoßfuge doppelseitiges Klebeband. Zuerst auf dem Untergrund festreiben.

Profi Tipp Profi-Tipp

Florrichtung: Die Fasern eines Teppichbodens – Flor genannt – haben produktionsbedingt eine bestimmte Richtung. Liegen die Bahnen gegeneinander, wird Licht unterschiedlich reflektiert. Es ist daher wichtig, die Teppichbahnen gleichartig auszurichten. Wenn Sie mit der Hand über die beiden Rollen streichen, spüren Sie die Florrichtungen. Achten Sie dabei auf den Streichwiderstand.

Heizungsrohe

Heizungsrohre_011. Den Bodenbelag mit dem Teppichmesser vom Rand bis etwas über die raumseitige Lage des Heizungsrohrs hinaus einschneiden.

Heizungsrohre_022. Den Teppichboden herunterdrücken. Dann mit dem Messer direkt am Heizungsrohr ein entsprechend großes Loch schneiden.

Heizungsrohre_033. Schnittreste entfernen und den Belag testweise glattstreichen. Wieder anheben, mit Teppichklebeband unterfüttern oder festkleben.

Abschlussleisten

Abschlussleisten aus Holz sollten Sie mit Stauchkopf-Nägeln befestigen. Sie sind aufgrund der geringen Kopfgröße kaum zu erkennen. Gegebenenfalls hilft ein Tupfer Lack in Leistenfarbe, um die Nägel gänzlich unsichtbar zu machen.

 

 Abschlussleisten_01Einen eleganten Übergang zur Wand schaffen Sie mit Profilleisten aus Kunststoff, die Sie an die Wand nageln. Ein schmaler Teppichstreifen wird auf dem doppelseitigen Klebestreifen der Sockelleiste befestigt. Achten Sie dabei auf die Strichrichtung der Auslegeware.

 Abschlussleisten_02Bei alten Fußleisten aus Holz setzen Sie als Abschluss einfach einen Viertelstab oder eine kleine Sockelleiste davor, um die Schnittkante abzudecken. Die Leisten sollten in den Ecken auf Gehrung zugeschnitten, nach Wunsch gestrichen und trocken bestiftet werden.

Einkaufsliste

MaterialVisual_Bodenbeläge

 

  • Teppichboden oder PVC-Belag
  • Kleber oder Fixierung
  • Beidseitig klebende Verlegebänder
  • Klettband (für Vliesböden)
  • Spachtelmasse oder Verlegeplatten für den Ausgleich des Untergrundes

 

Werkzeug

 

  • Zollstock
  • Teppich- oder Cuttermesser
  • Trapez- oder Hakenklingen
  • Abbruchklingen
  • Teppichkanten-Schneider
  • Stahlschiene
  • Schleifklotz
  • Zahnspachtel oder Schaumrolle
  • Spachtel
  • Schere
  • Andrückrolle
  • Hammer
Hinweis

Unsere Arbeitsanleitungen haben wir mit größter Sorgfalt erstellt. Diese stellen allerdings nur den Standardfall dar. Auf Grund der örtlichen Gegebenheiten können sich jedoch Abweichungen ergeben. Daher ist eine Gewähr für die Vollständigkeit und Aktualität leider nicht möglich. Bitte beachten Sie zudem die Bedienungsanweisungen und/oder Verarbeitungshinweise des jeweiligen Herstellers.