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So geht das!

Natursteinfliesen verlegen

Die wichtigsten Natursteine im Profil

 Visual_NatursteinfliesenGranit:
Der Granit hat eine hell bis dunkelgraue Färbung, seltener auch rötlich-braun. Er ist sehr hart, kann nur geringe Mengen Wasser aufnehmen, hat eine feinporige Oberfläche und ist deshalb besonders pflegeleicht.

Schiefer:
Der dunkelgraue bis schwarze Schiefer ist ein eher weiches Gestein. Trotzdem ist seine Abriebbeständigkeit gut. Die raue Oberfläche macht die Fliesen rutschfest, die Pflege allerdings etwas schwieriger.

Marmor:
Marmor ist bei weitem nicht so hart wie Granit. Die Fliesen sind meist kalibriert und können im Dünnbett verlegt werden. Marmor ist sehr säureempfindlich und braucht spezielle Reinigungsmittel.

Quarzit:
Ein weißlich bis grau wirkender Stein, der vor allem durch seine enorme Oberflächenhärte beeindruckt. Quarzit ist selten zu bekommen und entsprechend teuer.

Natursteinfliesen brauchen ein anderes Bett

Im Gegensatz zu den keramischen Fliesen gibt es bei den Naturstein-fliesen auch solche, die nicht kalibriert (maßgenau) oder noch spaltrau sind. Diese Toleranzen in der Fliese muss das Kleberbett ausgleichen.

Unkalibrierte Fliesen werden deshalb im Mittel- bzw. Dickbettverfahren verlegt, um die Stärketoleranzen der Platten bzw. Unebenheiten im Untergrund auszugleichen.

Bei Stärketoleranzen von 10 - 15 mm wird das Mittelbettverfahren ange- wandt, wobei das Kleberbett 5 - 15 mm (= 5 mm zerdrücktes Kleberbett) stark sein muss. Ab einer Stärketoleranz von 15 - 35 mm verwendet man das Dickbettverfahren und benutzt hierfür einen Trass-Natursteinverlege-mörtel. Das Mörtelbett muss hierbei eine Mindeststärke von 20 mm aufweisen.

Bei der Verlegung außen im direkten Verbund mit dem Untergrund auf Trennlage (Folie) oder auf Dämmschicht (schwimmender Zement-estrich) müssen 50 mm eingehalten werden. Im Innenbereich auf Trennlage 30 mm und auf Dämmschicht 45 mm. Diese Verlegeart verlangt ein etwas größeres handwerliches Geschick und eine Wasserwaage beim waagerechten Ausrichten der Fliesenfläche.

Fugenstärken bei Solnhofener Platten und Natursteinfliesen sollten zwischen 2 und 8 mm betragen.

So verlegen Sie Fliesen aus Natursteinen im Mittelbett

 Natursteine_verlegen_im_Mittelbett_01Unkalibrierte Natursteinfliesen werden im Mittelbett- („buttering-floating-Verfahren“) oder im Dickbettverfahren verlegt. Dazu auf Boden und Fliesenrückseite den Kleber aufkämmen und Fliesen eindrücken.

 Natursteine_verlegen_im_Mittelbett_02Durch die Kleberdicke werden die Fliesen einzeln per Wasserwaage ausgerichtet. Die ersten Fliesen müssen entlang der beiden markierten Raumachsen verlegt werden.

 Natursteine_verlegen_im_Mittelbett_03Der Kleber drückt sich in die breiten Fugen. Er muss per Holzstab entfernt werden, solange der Kleber frisch ist. Dann ist später das Verfugen wesentlich leichter.

 Natursteine_verlegen_im_Mittelbett_04Nach dem Abbinden des Klebers wird die Fugenmasse mit dem Gummirakel in die Fugen eingebracht. Das Rakel immer diagonal über die Fugen ziehen.

 Natursteine_verlegen_im_Mittelbett_05Fängt der Zementschleier auf den Fliesen an zu trocknen, die Fliesen mit einem Schwamm und viel Wasser reinigen. Die Fugen per Schwamm leicht nachziehen.

Kalibrierte Natursteinfliesen im Dünnbett verlegen

Die kalibrierten, also auf ein exaktes Maß geschnittenen Naturstein- fliesen lassen sich im Dünnbettverfahren (maximale Gesamtschicht- dicke des zerdrückten Kleberbetts weniger als 5 mm) kleben. Hier ist es allerdings wichtig, dass der Untergrund saugfähig und eben sein muss, weil der Fliesenkleber Unebenheiten nur begrenzt ausgleichen kann. Um diesen Untergrund herzustellen, können Bodenausgleichsmassen ein- gesetzt werden, die sich selbst zu einer nur wenige Millimeter dicken und ebenen Oberfläche nivellieren. Wichtig: Für Natursteine nur spezielle Natursteinkleber verwenden. Übliche graue Fliesenkleber können re- aktive Eisenverbindungen enthalten, die bei Natursteinoberflächen zu Verfärbungen führen können. Für Natursteinbeläge (wie etwa Marmor) ist vorzugsweise weißer Spezial-Kleber zu verwenden.

 Natursteinfliesen_im_Duennbett_verlegen_01Den Naturstein-Fliesenkleber ziehen Sie mit der Zahnkelle auf den Untergrund auf. Die Zahnungsgröße richtet sich nach der Fliesengröße. Die Fläche ist vollflächig mit Kleber benetzt.

 Natursteinfliesen_im_Duennbett_verlegen_02Drücken Sie die Fliesen ins frische Kleberbett ein. Herausquellenden Kleber wischen Sie sofort feucht auf, auch die Fugen sollten kleberfrei sein. Per Gummihammer die Fliesen anklopfen.

Naturstein im Nassbereich

 Naturstein_im_NassbereichDer direkte Nassbereich wird mit einer Duschabdichtung gestrichen, bevor nach entsprechender Trock- nungszeit die Natursteinplatten geklebt werden.

Profi Tipp Profi-Tipp

Damit der Nassbereich mit der Duschabdichtung dauerhaft wasserdicht wird, werden spezielle Dichtungsbänder für Wandecken entwickelt sowie Dichtmanschetten für die Rohrdurchführungen. Die Dichtungs- bänder werden in den ersten Anstrich eingedrückt und mit dem zweiten überstrichen.

Naturstein auf Holzuntergründen

Die Kombination aus Holzuntergrund und Natursteinfliesen ist schwierig, weil Holz bei wechselnden Temperaturen wesentlich stärker „arbeitet“ als Stein. Mit unseren Spezialprodukten gelingt es trotzdem.

Die unterschiedlichen Wärmeausdehnungen von Holz und Naturstein führen dazu, dass beim Einsatz eines normalen Fliesenklebers die Verklebung reißt und die Fliesen sich lösen. Fliesenkleber auf Reak- tionsharz-Basis verhindern das. Reaktionsharze sind flüssige Kunst- stoffe, deren zugesetzte Fasern den Kleber dehnbar machen. Damit dieser Kleber gut auf dem Untergrund haftet, müssen Sie versiegelte Böden bis aufs rohe Holz abschleifen sowie alle losen oder federnden Dielen fest nachverschrauben.

 Naturstein_auf_HolzuntergruendenVor der eigentlichen Kleberschicht wird eine dünne Kontaktschicht aus Reaktionsharz-Fliesenkleber aufge- spachtelt.

Eine zweite Möglichkeit, die Dehnungskräfte zwischen Holz und Naturstein aufzunehmen, ist eine Entkoppelungsmatte.

Diese Matte wird auf dem abgeschliffenenen Holzboden mit einem flexiblen Fliesenkleber verklebt, die Natursteinfliesen mit flexiblem Mörtel auf der Matte verklebt. Wichtig ist, dass der Holzboden grundiert wird, damit eine gute Haftung zum Kleber entsteht. Unebene Holzböden werden vor dem Kleben mit selbstnivellierendem Fließestrich ausge- glichen (Aufgrund der Gewichtsbelastung beim Auftrag von Fließestrich ist die Statik der Holzdeckenkonstruktion zu prüfen).

Elastische Anschlussfugen

Eckfugen müssen elastisch abgedichtet werden, da in diesem Bereich große Bewegungen auftreten. Um Verfärbungen in den Platten („Fett- ränder“) zu vermeiden, kommt für die dauerelastischen Eckabdichtungen der Fliesenbeläge nur ein besonderes Natursteinsilikon in Frage. Dieses ist im Gegensatz zu den normalen Silikonen völlig frei von ver- färbenden Inhaltsstoffen und Weichmachern.

 Elastische_AnschlussfugenDas Silikon wird mit gleichmäßigem Druck aus der Kartuschenpistole in die Ecken und Fugen gedrückt. Anschließend mit einem Silikon- glätter abziehen. Das Abziehen und Glätten wird durch Aufsprühen eines Trennmittels erleichtert.

Imprägnierung und Pflege

Natursteine, deren Oberfläche nicht herstellerseitig versiegelt ist, müssen nach der Verlegung zum Schutz vor Flecken mit einer speziellen Natursteinimprägnierung behandelt werden. Mit dieser Behandlung erreichen Sie einen Schutz vor fettigen, öligen und wässrigen Verschmutzungen. Kalk- und Wasserränder lassen sich leichter entfernen. Zur späteren Reinigung und Pflege von Natursteinen stehen spezielle Pflegeprodukte zur Verfügung. Diese verhindern das Austrocknen des Steines und bewahren die Natürlichkeit des Belages.

Natursteinfliesen im Außenbereich

Das wichtigste Kriterium für die Verlegung von Natursteinplatten im Außenbereich ist die Wasseraufnahmefähigkeit der Steine. Denn eindringendes Wasser wird im Winter gefrieren und den Stein platzen lassen. Besonders Granite und Quarzite haben eine so feinporige Struktur, dass von ihnen nur wenig Feuchtigkeit aufgenommen wird.

Um zu verhindern, dass Feuchtigkeit von unten in die Steine eindringen kann, muss der Untergrund speziell aufbereitet werden. Als tragende Schicht wird ein frostsicherer, ebener und rissfreier Zementestrich benötigt. Dieser sollte immer ein Gefälle von ca. 2% haben, damit das Wasser ablaufen kann. Darauf muss eine Abdichtung aufgebracht werden, z. B. LUGATO Universal-Abdichtung. Die Abdichtmasse muss zweimal aufgetragen werden: Das Dichtungsband wird in den ersten Auftrag eingearbeitet. Anschließend wird die zweite Schicht Dichtmasse aufgetragen. Erst dann folgt

Natursteine sind eine sehr edle Alternative zu den herkömmlichen Materialien für Terrassen und Wege wie etwa Pflaster oder Holz. Die lebhaften und einzigartigen Texturen und Strukturen auf der Ober- fläche machen jede Terrasse zu einem unverwechselbaren Einzel- stück. Allerdings sind nicht alle Natursteinarten gleichermaßen für den Einsatz unter freiem Himmel geeignet. Der erste Schritt ist also die sorgfältige Auswahl des richtigen Steins.

 Natursteinfliesen_Aussenbereich_01Der Untergrund aus einem Zement- estrich muss mit einem ein- bis zweiprozentigen Gefälle abgezogen werden, das vom Haus weg verläuft. Mit Richtscheit und Wasserwaage geht es am besten.

 Natursteinfliesen_Aussenbereich_02Wichtig gerade im Außenbereich ist die hohlraumfreie Verlegung der Fliesen. Das heißt, auch hier werden der Untergrund und die Fliesen- unterseite vollflächig mit Kleber versehen.

 Natursteinfliesen_Aussenbereich_03Die Fugen werden mit der Fugen- scheibe verfugt und nach dem ersten Anziehen des Mörtels per Schwamm- brett nachbearbeitet. Die Fugen müssen absolut hohlraumfrei und dicht sein.

 Natursteinfliesen_Aussenbereich_04Auch und gerade im Außenbereich müssen die Anschlussfugen elastisch abgedichtet werden. Wichtig: Das eingesetzte Naturstein- silikon muss unbedingt UV-beständig sein.

Einkaufsliste

 Visual_NatursteinfliesenMaterial

  • Natursteinfliesen oder -platten
  • Fliesenkleber für Naturstein
  • Fugenmasse für Naturstein
  • Silikon für Naturstein
  • Spülmittel

Werkzeug

  • Zahnkelle
  • Rührquirl
  • Mörteleimer
  • Bohrmaschine (mindestens 600 Watt)
  • Kelle
  • Wasserwaage
  • Richtscheit
  • Zollstock und/oder Bandmaß
  • Gummirakel oder Fugenscheibe
  • großer Schwamm
  • Gummihammer
  • Kartuschenpistole
Hinweis

Unsere Arbeitsanleitungen haben wir mit größter Sorgfalt erstellt. Diese stellen allerdings nur den Standardfall dar. Auf Grund der örtlichen Gegebenheiten können sich jedoch Abweichungen ergeben. Daher ist eine Gewähr für die Vollständigkeit und Aktualität leider nicht möglich. Bitte beachten Sie zudem die Bedienungsanweisungen und/oder Verarbeitungshinweise des jeweiligen Herstellers.